Archive for the 'usability' Category

Der CEO als trojanisches Pferd

“Your CEO buys an iPhone. What is your next move?” fragte VoWe schon vor fast genau einem Jahr. Damals zielte die Frage auf die damals mangelnde Unterstützung für Enterprise Communication Software (Exchange, Notes) ab. Exchange Unterstützung kommt aufs iPhone, über Notes Clients wird gemunkelt. Also hat die Frage im ursprünglichen Sinn viel von ihrer Brisanz verloren.

Viel interessanter finde ich die Auswirkung die eine umfassende iPhone Adaption auf Entscheideretagen auf die Entwicklung von Websites haben wird. Warum? Kleiner Sprung zurück:

Anfang der 2000er war Netscape zwar im Browser Krieg geschlagen, hatte aber noch wehrhafte Bastionen in den IT Abteilungen. In vielen Unternehmen waren noch in 2001/2002 Netscape in den Versionen 4 oder 4.5 die Standardbrowser (konkret hatten wir sogar einen Kunden mit Netscape 3 als Browser für die Mitarbeiter) obwohl der IE damals wesentlich eleganter in der Benutzung war und Webentwicklern mehr Möglichkeiten bot. (Die Frage der Standards mal außen vor gelassen).

Webentwickler programmierten in erster Linie für den IE. Von Unternehmensseite war aber volle Kompatibilität mit Netscape noch eine Standardanforderung, auch wenn Traffic Analysen auf ihren Websites Netscape Browser damals schon im einstelligen Prozentbereich ansiedelten.

Da aber auf Unternehmensseite – also auch auf den PCs der Vorstände – Netscape installiert war, mussten alle Websites auch auf diesen Browser hin optimiert werden – zumindest solange, biss sich die IT dazu durchrang, IE als Standardbrowser im Unternehmen zu installieren.

Soweit der Rückblick

Jetzt kommt das iPhone ins Spiel. Mit Exchange Unterstützung, VPN und weiteren sicherheitstechnischen Features wird das iPhone mehr und mehr auch in Chefetagen eingesetzt werden. Und die Chefs werden fordern, dass die Website des eigenen Unternehmens gefälligst anständig auf dem iPhone dargestellt wird.

Safari und die WebKit Rendering Engine wird so über das trojanische Pferd des CEO iPhones zu einer wichtige Zielplattform in der Webentwicklung werden. Wichtiger, als es der jetzige WebKit Marktanteil rein nach Zahlen vermuten ließe. Dazu kommt, dass WebKit nicht nur im iPhone, sondern auch im Browser der Symbian Geräte zum Einsatz kommt – zukünftig auch als Rendering Engine der Google Android Plattform. WebKit ist auf dem besten Wege, der Standard beim mobilen Browsen zu werden.

Worauf ich hinaus will?

Kurzfristig wird Webdevelopment für WebKit zu Standard Anforderungen von Unternehmensseite werden (sicher zuerst in den Staaten, aber bald auch in Europa). Mittelfristig wird die Apple Strategie, mit WebKit den mobilen Markt auzurollen dazu führen, dass Safari Browser aus ihrer jetzigen Nischenposition zu einem nicht mehr zu ignorierenden Mitbewerber von IE und Mozilla werden. Wer jetzt fürs Web entwickelt tut gut daran, sich intensiv mit der WebKit Engine auseinanderzusetzen.

[Update]Den Artikel hatte ich heute morgen angefangen und erst einmal als Entwurf gespeichert, inzwischen – und schon wieder bei VoWe – kann man Folgendes lesen:

Ein befreundeter Bank-Vostand hat mir erzählt, er werde sich jetzt ein iPhone kaufen. Blackberry will er nicht. Da ich zufällig weiß, dass die Bank Notes nutzt, habe ich noch mal nachgehakt. Er meinte, das “Rechenzentrum” würde das ab August unterstützen.

Kundenvergraulen leicht gemacht

Nach siebeneinhalb Jahren mit dem selben Gestell auf der Nase dachte ich, ich könnte mir mal wieder eine neue Brille leisten. Natürlich schau ich auch im Internet nach Brillen. Da gibt es zum Beispiel ic! berlin, die wirklich schicke Brillen machen. Die Website leidet leider unter so manchen Designer-Krankheiten, Flash, zoomt das Browserfenster auf volle Bildschirmgröße und spielt ungefragt Musik. Die lässt sich zwar ausschalten, aber leider gilt das nicht für die anderen Soundeffekte.

Brillen sind nicht nur Sehhilfen im medizinischen Sinne, sondern natürlich auch modische Accesoires. Klar, dass man sich die dann gerne etwas größer ansehen will. Eine Vergrößerungsfunktion fürs Produktbild fehlt aber leider. Manche Brillen gibts in verschiedenen Farben, die werden aber nur im Thumbnail angezeigt – wirklich beurteilen kann man das da nicht.

Also lieber mal einen Händler suchen, bei dem man sich die Brillen in echt ansehen kann. Aber da ist der Händlerfinder vor. So etwas gibt es auf der Website, aber eine Händlerliste gibt es nicht. Um einen Händler zu finden, muss ich meine E-Mail Adresse eingeben. Hallo? Ich will was kaufen – warum soll ich meine E-Mail Adresse rausrücken, nur um einen Händler zu finden. Der Hammer kommt aber erst danach: Ich bekomme zu meiner PLZ genau einen Händler genannt. Will ich mehr Händleradressen, muss ich eine neue PLZ auswählen. Das darf ich aber nur drei mal machen, danach wird meine E-Mail Adresse für ein paar Tage gesperrt.

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Hey, Berlin ist eine große Stadt, woher wollt Ihr wissen, welcher Händler für mich auf meinem Arbeitsweg am besten zu erreichen ist. Könntet Ihr mir nicht einfach eine Händlerliste für meine Stadt anzeigen? Ich komm mir doch als Kunde verarscht vor, wenn ich Händleradresse nur in Homöopathischen Dosen genannt bekomme. Außerdem hätte ich natürlich auch gerne gewusst, ob die Händler immer das ganze Programm oder nur eine Auswahl haben. Wär doch auch nett zu wissen und fast sowas wie Kundenservice – aber das wär für eine Berliner Firma ja irgendwie uncool.

Update – ein Tag später

Der erste Optiker den mir ic! berlin als Händler genannt hat, ist dabei deren Brillen aus dem Programm zu nehmen. Der zweite hatte das Modell für das ich mich interessiere nicht auf Lager, gab mir aber den Tipp, es doch im Showroom von ic! Berlin zu versuche. Dort bin ich dann sehr nett bedient worden und werd mir wohl trotz der miesen Website eine ihrer Brillen kaufen.

Color Decoder – der Farbenerklärbär

icon_64x64_textmedium.pngMangels Leopard konnte ich dieses kleine Tool noch nicht testen. Color Decoder verspricht, Farben auf dem Bildschirm in Klartextnamen anzuzeigen oder sogar vorzulesen. Ein echter Fortschritt für Farbenblinde oder Farbschwache – wie oben schon angedeutet, ist es derzeit leider nur für Macs zu haben und setzt Leopard als OS vorraus.

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ja was denn nu?

unwrapped_upright-320x320.jpg Da steht die neue Duschwand für unser Bad – noch jungfräulich verpackt im Karton. Und was steht da drauf? “Packaging should be unwrapped in an up-right position” oder überstetzt: Bitte Produkt stehend auspacken. Aber halt, auf deutsch steht da: “Beim Auspacken Produkt bitte hinlegen!” Und da drunter, noch mal auf englisch: “Please lay down product prior to unwrapping”

Nur gut, dass mein Handwerker sich sicher nicht um die englischen Anweisungen kümmern wird. Aber liebe Leute von der Horst Breuer GmbH KG in Neuwied – holt Euch doch bitte einen Übersetzer oder jemanden, der das Internet bedienen kann, denn selbst Babelfish kann das besser.

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Farbenfroh

colororacle_icon_1.pngWie viele Y-Chromosomen Besitzer, bin auch ich ein wenig Farbenblind – oder wie der Augenarzt es sagt: Rot/Grün Farbenfehlsichitgkeit. Sich darüber mit anderen zu unterhalten, die alle Farben sehen können, oder es zumindest glauben, weil sie es noch nie getestet haben, läuft immer wieder auf die Frage hianus: “Und was siehst Du dann? Nur Grau?” Zumindest am Bildschirm kann man diese Frage jetzt beantworten. ColorOracle simuliert auf dem Bildschirm die gängigsten Ausprägungen von Farbschwäche und Farbenblindheit. Eigentlich ein Muss für jeden Designer. Das Freeware Tool gibts in der Version 1.1 für Mac OS 10.3.9 und höher und als beta für Windows und Linux.

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